Ziel des Modellversuchs „Pädagogische Schulentwicklung“ an Berliner Schulen ist es, das eigenverantwortliche Lernen der Schüler zu stärken. Eigenverantwortliches Lernen setzt Schlüsselqualifikationen wie Selbstvertrauen, Eigeninitiative, Verantwortungsgefühl, Kommunikations- und Teamfähigkeit voraus, die aufgrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen nicht selbstverständlich sind. Diese Qualifikationen sollen die Schüler in Trainingseinheiten erwerben, um die persönliche Kompetenz zu steigern.
Die neuen Rahmenpläne des Jahres 2005 greifen die in dem Modellversuch gewonnenen Erfahrungen auf und schreiben sie für alle Schulstufen verbindlich fest.
Die Wald-Oberschule ist froh, dass sich schon im Jahre 2001 die Gesamtkonferenz der Lehrer dazu entschlossen hat, an dem Modellversuch „Pädagogische Schulentwicklung“ teilzunehmen. Die Lehrer wollten lernen, das eigenverantwortliche Lernen der Schüler zu unterstützen, um deren Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz zu fördern.
Seit dem Jahr 2002 ist die Wald-Oberschule Modellschule für „Pädagogische Schulent-wicklung“. 30 Lehrer haben an den Fortbildungsveranstaltungen teilgenommen, die zum großen Teil in unterrichtsfreier Zeit stattfanden. Ein Steuerungsteam wurde gebildet, das vor allem die Lerneinheiten der Schüler organisiert. Das Steuerungsteam hat außerdem einen Studientag für Lehrer vorbereitet, an dem alle Lehrer der WOS in die Förderung eigenverantwortlichen Lernens eingeführt worden sind.
Da die WOS recht frühzeitig die Bedeutung dieser Unterrichtsformen erkannt hat, ist die Schule gut auf die Durchführung der Präsentationsprüfung („Prüfung in besonderer Form“) beim „Mittleren Schulabschluss“ und der 5. Prüfungskomponente im Abitur vorbereitet. Für einen erfolgreichen Schulabschluss sind die neuen Qualifikationen unabdingbar. Auch der Projektunterricht, der an anderer Stelle erläutert ist, basiert auf diesen Unterrichtsformen.
Nachdem die Erprobungsphase ihren Abschluss gefunden hat, wird die Schule die aufgenom-mene Arbeit, verbessert durch die gewonnenen Erfahrungen fortsetzen.
Ab dem Schuljahr 2003 haben wir systematisch die Schüler durch ein Methoden-, Kommunikations- und Teamtraining, beginnend mit den 7. Klassen in das eigenver-antwortliche Lernen eingeführt. Diese Methoden werden im laufenden Unterricht fortgeführt und vertieft.
Das Steuerungsteam wird auch nach Abschluss der Modellphase weiter bestehen, um die Trainingseinheiten der Schüler und die Fortbildung der Kollegen zu organisieren. Insbesondere will das Steuerungsteam Referendare für diese Art der Unterrichtsgestaltung gewinnen. Auf Fachkonferenzen soll der aktuelle Stand der Unterrichtsgestaltung reflektiert werden und weitere Kollegen von dieser Art der Unterrichtsgestaltung überzeugt werden.
Auch der ITG-Unterricht soll für neue Formen der Präsentation von Unterrichtsergebnissen genutzt werden.
Da sowohl der Mittlere Schulabschluss als auch die 5. Prüfungskomponente im Abitur neue Leistungsbewertungen erfordern, ist es sinnvoll, einen Studientag zu diesem Thema einzurichten.
Rahmenbedingungen und Organisation
Die Wald-Oberschule hat folgende Regelungen für die Durchführung des Trainings-programms getroffen.
In den 7. und 8. Klassen werden drei Sockeltrainings durchgeführt:
- Methodentraining
- Kommunikationstraining
- Teamtraining
Für die Durchführung der Trainingsphasen gibt es fest verabredete Zeiträume. Das Methodentraining wird in der 7. Klasse unmittelbar nach der Einschulung durchgeführt. Die Leitung liegt bei den Klassenlehrern. Das Kommunikationstraining wird von den Deutschlehrern zu Beginn der 8. Klasse organisiert. Die Inhalte können in mehreren Blöcken erarbeitet werden und weitere Fachlehrer können hinzugezogen werden. Das Teamtraining wird am Anfang des 2. Halbjahres von Klasse 8 durchgeführt. (Die Leitung liegt bei den Klassenlehrern.) Die Dauer der Trainingseinheiten sollte 3 Schultage nicht überschreiten.
Zur Vorbereitung der Trainingseinheiten können bei Bedarf Unterrichtsstunden für die Planung zur Verfügung gestellt werden. Es liegen Materialien mit Informationen zu Planung, Durchführung und Reflexion vor.
Beschreibung der intendierten Kompetenzen für den Unterricht insgesamt
Am Ende der Klassenstufe 8 sollen die nachfolgend genannten Kompetenzen im Unterricht verschiedener Fächer entwickelt worden sein.
Im methodischen Bereich:
- Die Schüler kennen verschiedene Lernstrategien und können diese individuell anwenden.
- Die Schüler können Texte in der Form bearbeiten, dass erkennbar wird, dass sie die Wichtigkeit von Informationen hierarchisieren können.
- Die Schüler kennen Präsentationsmöglichkeiten und können Informationen sachgerecht reduziert veranschaulichen.
Im kommunikativen Bereich:
- Die Schüler sind in der Lage einen Kurzvortrag frei zu halten.
- Die Schüler kennen fördernde Verhaltensweisen in Diskussionen und können regelge-bundene Kommunikationsformen anwenden.
- Die Schüler kennen hemmende und verletzende Faktoren, die Kommunikation Erschweren, und bemühen sich diese Verhaltensweisen abzubauen.
- Die Schüler kennen die Aufgaben eines Diskussionsleiters und entwickeln Fähigkeiten diese Position einzunehmen.
In der Teamarbeit:
- Die Schüler kennen Vorzüge der Teamarbeit und können komplexe und multiperspektivisch zu lösende Aufgaben im Team bearbeiten.
- Die Schüler können in der Teamarbeit Aufgaben entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten verteilen.
- Die Schüler können Teilleistungen zu einem Gesamtergebnis zusammenführen.
Die weitere Entwicklung der neuen Unterrichtsformen wird im Steuerungsteam reflektiert werden und sich verändernden Rahmenbedingungen (z.B. ganztägiger Unterricht) und sich wandelnden Schülerbedürfnissen angepasst werden.
Schul-Datenbank der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport (mit Informationen zu Schulqualität und Organisation der Wald-Oberschule)
.
nach oben